Luftwaffe unterstützt Lettland bei der Luftraumabsicherung zur Wahl

Deutschland entsendet im Rahmen von enhanced Air Policing North Eurofighter nach Lielvārde, um das NATO-Bündnisgebiet zu schützen, verteidigen und abzuschrecken.

Luftwaffe sichert Parlamentswahl in Lettland mit Air Policing

Die Luftwaffe unterstützt auf Antrag Lettlands die Absicherung des Luftraums während der lettischen Parlamentswahlen am 3. Oktober 2026. Hintergrund sind wiederholte Luftraumverletzungen mit UAV beziehungsweise Drohnen über den baltischen Ländern in den vergangenen Wochen und Monaten. Die lettische Regierung hatte deshalb ihre Bündnispartner um Unterstützung beim Luftraumschutz für eine sichere Durchführung der Wahl gebeten.

Deutschland entsendet dafür von Ende September bis Anfang Oktober ein Kleinkontingent mit Eurofighter-Kampfflugzeugen. Der Einsatz erfolgt im Rahmen des enhanced Air Policing North (eAPN) als Teil der integrierten NATO-Luftverteidigung. Nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung schützt die Mission das NATO-Bündnisgebiet und soll Verteidigung und Abschreckung demonstrieren.

Für den Einsatz verlegt die Luftwaffe vier Eurofighter-Kampfflugzeuge des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau für etwa eine Woche auf den Militärflugplatz Lielvārde im Zentrum Lettlands. Verstärkt wird das Kleinkontingent im mittleren zweistelligen Bereich durch Fachpersonal aus weiteren Dienststellen der Luftwaffe und anderen Teilen der Bundeswehr.

Weiteres Air Policing in Estland ab Ende 2026

Ab Dezember 2026 übernimmt die Luftwaffe erneut für einen längeren Zeitraum NATO-Luftraumüberwachung im Rahmen des eAPN. Von Dezember 2026 bis März 2027 werden fünf Eurofighter-Kampfflugzeuge und rund 120 Soldatinnen und Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ aus Wittmund und weiteren Teilen der Bundeswehr in Ämari im Nordwesten Estlands stationiert. Es ist bereits das siebte Luftwaffenkontingent auf dem Militärflugplatz Ämari.

Zuletzt waren im Jahr 2026 bereits Einsatzkontingente mit Eurofighter-Kampfflugzeugen im Rahmen des NATO Air Policing in Malbork in Polen und in Konstanza in Rumänien zum Schutz des Bündnisgebietes eingesetzt.

Hintergrund der NATO-Mission im Baltikum

Seit dem Beitritt Estlands, Lettlands und Litauens zum NATO-Verteidigungsbündnis im Jahr 2004 schützt die NATO den Luftraum an der nordöstlichen Flanke der Allianz. Die Bundeswehr beteiligt sich seit 2005 an der NATO Baltic Air Policing Mission, zunächst mit der F-4F Phantom II, seit 2009 mit dem Waffensystem Eurofighter.

Im Zuge der verschärften sicherheitspolitischen Lage nach der Annexion der Krim durch Russland im März 2014 wurde das Air Policing als Teil der Rückversicherungsmaßnahmen nach dem NATO-Gipfeltreffen in Wales 2014 zum enhanced Air Policing North intensiviert. Seitdem leistet die Bundeswehr unter Führung der Luftwaffe regelmäßig mit einem Kontingent ihren Beitrag zum eAPN.

Die im NATO Air Policing eingesetzten Kräfte unterstehen für ihre Mission dem zuständigen NATO-Luftverteidigungsgefechtsstand Combined Air Operations Center Uedem in Uedem. Bei Alarmierung der Alarmrotte, der sogenannten Quick Reaction Alert, werden Schutzflüge durchgeführt, um mögliche Bedrohungen zu identifizieren und Präsenz und Wachsamkeit zu zeigen.

Nach Angaben des Ministeriums dienen die kontinuierlichen Beiträge beim NATO Air Policing auch dem Erfahrungsaustausch zwischen den Verbündeten. Die enge Kooperation zwischen der deutschen Luftwaffe und den ebenfalls in das NATO Air Policing eingebundenen Luftstreitkräften der Verbündeten demonstriere Geschlossenheit im Bündnis, diene der glaubhaften Abschreckung an der NATO-Ostflanke und stärke die Interoperabilität in der Allianz.

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