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Hochwasserschutzmaßnahme bei Boizenburg: 36,8 Millionen Euro für Verbundprojekt

Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus informierte sich über den Stand eines mehrjährigen Vorhabens im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.

Minister informiert sich über Hochwasserschutz bei Boizenburg

Umwelt- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus hat sich am Morgen über den Stand einer Hochwasserschutzmaßnahme bei Boizenburg informiert. Das mehrjährige Verbundprojekt soll rund 36,8 Millionen Euro kosten.

Nach Angaben des Ministeriums liegt das Vorhaben vollständig im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und verbindet Hochwasserschutz mit Naturschutz. Die Bauzeiten seien an die Rast- und Brutzeiten geschützter Vogelarten angepasst. Durch die Rückverlegung der Deiche erhalte die Elbe/Sude rund 100 Hektar natürlichen Überschwemmungsraum zurück.

Finanzierung und Bedeutung für die Region

Finanziert wird das Bauprojekt über ELER-Mittel und das Nationale Hochwasserschutzprogramm. Backhaus bezeichnete Hochwasserschutz als Daueraufgabe. Seit Mitte der 1990er Jahre seien in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt etwa 600 Millionen Euro in den Küsten- und Hochwasserschutz investiert worden, davon rund 500 Millionen Euro in den Küstenschutz.

Die überschwemmungsgefährdete Elberegion beherbergt nach Ministeriumsangaben rund 14.000 Menschen sowie materielle Werte von etwa 500 Millionen Euro und ist damit im Binnenland Mecklenburg-Vorpommerns ein Schwerpunkt des Hochwasserschutzes. Seit 1983 seien 100 Millionen Euro aufgebracht worden, um Leben und Sachwerte in der Region zu schützen.

Aktuelle Wasserstände und Blick auf den Klimawandel

Der Minister verwies darauf, dass derzeit an drei Vierteln der Pegel des Landes Wasserstände unterhalb des mittleren Wasserstandes gemessen würden. Für die aktuelle Jahreszeit sei das jedoch nicht außergewöhnlich. An der Elbe würden weiterhin fallende Wasserstände im Niedrigwasserbereich an den Pegeln Dömitz mit 13 Zentimetern und Boizenburg mit 48 Zentimetern registriert.

Zum Vergleich nannte das Ministerium für den Elbpegel in Boizenburg einen höchsten bekannten Wasserstand von 732 Zentimetern, gemessen am 12. Juni 2013. Der mittlere Wasserstand liege dort bei 183 Zentimetern.

Auch bei den großen Wasserspeichern des Landes zeige sich nach Darstellung des Ministeriums die Dynamik des Wasserhaushaltes. Die Mecklenburger Oberseen lägen 12 Zentimeter unterhalb des Zielwasserstandes, der Schweriner See dagegen 7 Zentimeter oberhalb des Zielwasserstandes für den Monat August.

Hochwasserschutzkonzept mit zwölf Maßnahmen

Mecklenburg-Vorpommern hat nach Angaben des Ministers sein Hochwasserschutzkonzept erstellt und 2018 in Kraft gesetzt. Es umfasst insgesamt zwölf Maßnahmen. Dazu gehören der Hochwasserschutz Boizenburg, die Maßnahmen am Brodaer und Rüterberger Deich sowie die Rückstaudeiche an der Müritz-Elde-Wasserstraße von Dömitz bis Heiddorf und Neu Kaliß. Letztere galten beim Rekordhochwasser 2013 als besonderer Brennpunkt.

Für diese Vorhaben werden demnach Investitionsmittel von insgesamt etwa 100 Millionen Euro benötigt.

Bundesmittel und Entwicklung an der Elbe

Der Bund stellt nach Ministeriumsangaben jährlich über den Sonderrahmenplan „Präventiver Hochwasserschutz“ 100 Millionen Euro für Projekte des Nationalen Hochwasserschutzprogramms zur Verfügung. Finanziert werden damit regional übergreifende Projekte. Als Beispiel nannte Backhaus die Optimierung der Havelpolder, in denen auf einer Fläche von insgesamt 11.700 Hektar rund 125 Millionen Kubikmeter Wasser zwischengespeichert werden können.

Mit Blick auf frühere Hochwasser verwies der Minister darauf, dass es 2002 im Oberlauf der Elbe noch 113 Deichbrüche gegeben habe. 2013 seien es noch 13 derartige Ereignisse gewesen. Das zeige, dass auch die Oberlieger massiv in den Hochwasserschutz an der Elbe investierten.

Zustand der Deiche

Nach der Deichschau im vergangenen Frühjahr seien die Deiche in Mecklenburg-Vorpommern in einem guten und wehrfähigen Zustand. Zugleich betonte Backhaus, dass es absolute Sicherheit nie geben werde, weil sich Natur nicht vollständig beherrschen lasse.

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